04.05.2009 - 12:17 Uhr
Festwirtsfamilie seit vier Jahrzehnten
Fast von Anfang an war die Familie Lanzl mit ihrem Festzelt auf dem Indersdorfer Volksfest dabei. Mittlerweile können auf vier Jahrzehnte „Indersdorfer Volksfest“ die Geschwister Georg Lanzl und Marianne Lanzl-Koch zurückblicken. Angefangen hatten ihre Eltern als Festwirt auf der Indersdorfer Wiesn und später führte man den Betrieb gemeinsam, ehe das Geschwisterpaar den Betrieb übernahm.

Die Eltern hatten eine Gaststätte und Metzgerei in Schrobenhausen. „Unser Vater hat dann ein Zelt gekauft und war damit in der näheren Umgebung unterwegs", erzählt Marianne Lanzl-Koch. Das war im Jahre 1956. Die Nachfrage nach dem Zelt wurde immer mehr, so dass man schließlich vor der Entscheidung stand, entweder den Festzeltbetrieb oder den Metzgerei- und Gaststättenbetrieb aufzugeben. Die Eltern des Geschwisterpaares entscheiden sich für Letzteres. Nach dem Tod des Vaters führten die beiden zusammen mit der Mutter, sie stammte aus dem Wirtshaus in Großberghofen, den Festzeltbetrieb weiter.Â
„Wir sind gerne in Indersdorf, es war eines unserer ersten Volksfeste", sagen Georg Lanzl und Marianne Lanzl-Koch. Marianne Lanzl-Koch erzählt, dass der damalige Indersdorfer Brauereibesitzer Fuchsbüchler einen neuen Festwirt suchte. Nachdem die Familie Lanzl im Landkreis bekannt war, fuhr er kurzerhand nach Schrobenhausen und man wurde sich schnell einig. Während der Volksfestsaison sind die Lanzls auf über zehn Volksfesten unterwegs. „In den Herbst- und Wintermonaten müssen dann bereits die Vorbereitungen für das nächste Jahr getroffen werden", berichtet Georg Lanzl.Â
Die Geschwister haben sich die vielseitigen und umfangreichen Aufgaben untereinander aufgeteilt. Marianne Lanzl-Koch kümmert sich überwiegend um das Büro, den Einkauf und den kaufmännischen Bereich. Ihr Bruder Georg Lanzl um die technischen Arbeiten sowie den Auf- und Abbau. Die Volksfestwoche ist anstrengend und man kommt nicht viel zum Schlafen. „Da sind drei bis vier Stunden normal", sagt Georg Lanzl. An einem normalen Volksfesttag sind 40 Personen im Festzelt beschäftigt, darunter 21 Bedienungen. Jeden Tag müssen Bestellungen erledigt und der nächste Tag organisiert werden.Â
Am schwierigsten und aufwendigsten ist dabei der Küchenbereich. Zum einen sollen die Gäste nicht auf ihr Essen warten müssen, andererseits muss alles frisch sein. Da ist man froh, dass man sich auf Stammlieferanten verlassen kann. Georg Lanzl berichtet, dass allgemein früher mehr Bier getrunken wurde, heute sind es eher Radler und Spezi. Und eine Besonderheit hat das Indersdorfer Volksfest. „Beim Essen sind die Hendl der Renner", weiß Georg Lanzl. In der Volksfestwoche werden über 5000 halbe Hendl benötigt, im Vergleich zu anderen Festen ist das wesentlich mehr.Â
Durch die vielen Jahre in Indersdorf kennen die Lanzls viele Besucher und zwischen der ganzen Arbeit bleibt immer wieder Zeit für eine nette Unterhaltung mit den Gästen. „Es ist ein schönes Volksfest mit ländlichem Charakter, die Leute sind freundlich und wir haben ein nettes Publikum", sagt Georg Lanzl. Ihm gefällt dabei besonders, dass viele Gäste mit Lederhose und Dirndl kommen. „Das gehört einfach zum Volksfest dazu. Woanders ist das oft nicht so". Georg Lanzl und Marianne Lanzl-Koch loben auch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem neuen Gastgeber Josef Schuster junior und seine neuen Ideen.
BU: Georg Lanzl und Marianne Lanzl-Koch
Text/Foto: Franz Lamm

