16.05.2010 - 21:29 Uhr

Fröhlicher, friedlicher Ausklang

Josef Schuster sprüht schon wieder vor Ideen für nächstes Jahr, will einiges auf seinem Volksfest verändern, verbessern. Das Musik-Kabarett am zweiten Sonntag hätte indes eine Wiederauflage verdient: Göttler & Raith sorgten für guten Besuch und einen fröhlichen Ausklang.

„Ein Programm für sämtliche Richtungen und Schichtungen“ versprachen der Massenhauser Sepp Raith und der Giesinger Otto Göttler ihrem Publikum. Und nach anfänglich noch großen Lücken im Bierzelt war im Mittelschiff nahezu jeder Tisch besetzt, als das Blödelduo nach einer Stunde eine Pause („in fünf Minuten san mia wieder da!“) einlegte.

Die beiden Barden legten sich auf der Bühne mächtig ins Zeug. Während Sepp für freihändige Aufzählungen im Stakkato-Tempo zuständig ist, genießt Otto die Interaktion mit dem Publikum. Sie kokettieren mit ihrem Alter (früher von den Frauen belagert, heute vor allem darauf bedacht, nicht beim Küssen die dritten Zähne zu verlieren), hangeln sich gelegentlich haarscharf an der Grenze zur Geschmacklosigkeit entlang, tun aber vor allem eins: Sie unterhalten die Besucher.

Kaum ein aktuelles Thema wird da ausgelassen. Das geht vom Hypo-Real-Estate-Skandal los (früher hätt‘s da ein Haberfeldtreiben ohnegleichen gegeben), über den Klerus und sein anstrengendes Zölibat (Otto hat sich natürlich vom Herrn Kaplan damals nichts gefallen lassen) bis hin zur Tatsache, dass ihnen selbst die eine oder andere „Bockfotzn“ früher doch auch nicht geschadet habe.
Wenn man ihre Klage über die Staatsregierung hört, die die Planung des Transrapid just in dem Moment eingestellt hat, als sie ein Lied gegen die Schwebebahn geschrieben hatten, glaubt man ihnen fast die Aussage: „Da sieht man, wie‘s uns fertigmachen wollen!“

Das Indersdorfer Publikum behandelt Göttler & Raith besser und entlässt die beiden bayerischen Blödelbarden nicht ohne eine Zugabe und reichlich Applaus. Und Volksfestveranstalter und Festwirt dürfen sich über einen so guten Besuch wie am zweiten Volksfestsonntag schon lange nicht mehr freuen.

Der Umsatz im Zelt war in den zehn Tagen eh‘ überdurchschnittlich. Einbußen mussten dafür die Betreiber der Fahrgeschäfte und Buden hinnehmen. Kein Wunder bei einer Volksfestwoche ohne einen einzigen regenfreien Tag.

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